1004 Flyer Solidaritätsaktion 1 .pdf


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Titre: Microsoft Word - 12-04-10 - Kolumbien - Entwurf-Flyer - Solidaritätsaktion.doc
Auteur: nicola.jaeger
Mots-clés: Alemania solidaridad derechos humanos y sindicales Colombia

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Solidaritätsaktion für
Menschen- & Gewerkschaftsrechte
in Kolumbien
24. April 2010 – 12:00-14:00 – Wittenbergplatz
(am Brunnen auf der Seite des KaDeWe)

Jedes Jahr werden Tausende Menschen in Kolumbien
ermordet, allein weil sie sich für ihre sozialen und politischen
Rechte engagieren.
Besonders im Fadenkreuz von Armee und Paramilitärs stehen
aktive GewerkschafterInnen. Auch 2009 mussten die
Gewerkschaften 41 KollegInnen zu Grabe tragen.
Doch die Überlebenden geben nicht auf und sind ein Beispiel
für Mut und die Kraft ihrer Überzeugungen. Mit ihnen wollen
wir uns solidarisieren und deutlich machen, dass ihr
Engagement wahrgenommen, die Missachtung der Menschenund Gewerkschaftsrechte hingegen scharf verurteilt wird.
Protestaktion mit Redebeiträgen
auf Deutsch und auf Spanisch
zu:
¾ Bedrohte VerteidigerInnen von
Menschenrechten - kolko e.V.
¾ Gewerkschaftliche Arbeit unter
ständiger Todesdrohung -

Arbeitskreis Internationalismus der
IG Metall Berlin

¾ Fallstudien bedrohter und
ermordeter Gewerkschafter -

Amnesty International BerlinBrandenburg

Foto: Jochen Schüller

¾ Konzerninteressen und Menschenrechte - Kolumbienkampagne
¾ EU-Freihandelsabkommen mit Kolumbien - Oxfam
Zusammenschluss von:
Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin, FDCL, kanalB, kolko e.V.,
Kolumbienkampagne, Kommunität Grimnitz, Oxfam, Polo Democratico Alternativo, ver.di
Bezirk Berlin und Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung – WEED e. V.

Hintergrund und der aktuelle Anlass der Solidaritätsaktion:
Am 18. Mai 2010 soll während des EU-Lateinamerika-Gipfels in Madrid ein
Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kolumbien unterzeichnet
werden. Durch ein solches Abkommen wird jedoch allein die bisherige
repressive Politik der kolumbianischen Regierung legitimiert. Die schwierige
Menschenrechts- und Gewerkschaftslage oder die wirtschaftliche Situation
des Großteils der Bevölkerung wird hingegen nicht verbessert werden.
Die Armutsrate in Kolumbien liegt insgesamt bei ca. 50%, auf dem Land
sogar bei 65%. Die Verteilung von Wohlstand und der Zugang zu Land
klaffen extrem auseinander. Die arme Bevölkerung wird jedoch nicht von
dem Abkommen profitieren. Denn Liberalisierung führt eben nicht
automatisch zu Entwicklung. Stattdessen setzt die weltweite Liberalisierung
des Handels einen immer härteren Wettbewerb in Gang – zu Lasten von
Arbeits- und Umweltstandards.
Außerdem ist zu befürchten, dass den herrschenden Konflikten im Land
weiter Nahrung gegeben wird. Der seit Jahrzehnten andauernde bewaffnete
Konflikt fordert Jahr für Jahr weit über 1.000 Opfer. Besorgniserregend sind
zudem die hohe Zahl an extralegalen Hinrichtungen und die Straflosigkeit
solcher Verbrechen. 95% der Morde in Kolumbien werden nicht aufgeklärt.
Dazu kommen laut eines Berichtes des UN Menschenrechtsrat (HRC) weitere
Arten von Übergriffen, Vertreibungen, Plünderungen, Folter, Drohungen
sowie brutales, inhumanes und erniedrigendes Vorgehen gegen die
Bevölkerung. Vier Millionen Menschen sind Flüchtlinge im eigenen Land;
Hunderttausende bereits in die Nachbarländer geflohen.
Aufgrund dieser katastrophalen Menschenrechtslage haben der US-Kongress,
das kanadische Parlament und die norwegische Regierung (im Rahmen der
EFTA) die Ratifizierung eines Freihandelsabkommen mit Kolumbien
abgelehnt. Die EU sollte hier keine Ausnahme bilden und sich stattdessen
ernsthaft für Menschen- und Gewerkschaftsrechte im Land einsetzen.
Denn Kolumbien ist für GewerkschafterInnen das gefährlichste Land der
Welt. Alleine in der Amtsperiode von Präsident Uribe seit 2002 wurden 500
Gewerkschafter ermordet. Die Gründung von Gewerkschaften wird
systematisch verhindert und andere international anerkannte Arbeitsrechte
ebenso wenig gewährt. Die kolumbianischen Gewerkschaften lehnen das
Freihandelsabkommen ab, da es nur die Interessen der global tätigen
Unternehmen unterstütze, ohne die Interessen der ArbeitnehmerInnen in
Kolumbien in den Blick zu nehmen.


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