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DEF

VENDREDI 15 MAI 2015

Karlspreis : Medaille für 
Verdienste um Europa

Für Obamas « Presidential Library » waren auch die Columbia-Universität in New York und der Bundesstaat Hawaii im Gespräch, der
Geburtsort des ersten afroamerikanischen Staatschefs der USA.
Foto AFP/Nicholas Kamm

USA 

Obamas Präsidentenbibliothek in Chicago

US-Präsident Barack Obama hat seine Wahlheimat Chicago als
Standort für seine Präsidentenbibliothek auserkoren. In einer
Videobotschaft teilte Obama mit, dass der Prestigebau nach seiner Amtszeit in dem Chicagoer Problemstadtteil South Side entstehen werde. In dem von Armut und Kriminalität gezeichneten
Viertel hatte Obama Mitte der 80er Jahre als Sozialarbeiter gewirkt, ehe er an der Elite-Universität Harvard Jura studierte und
in die Politik ging. Der Präsident sprach in dem Video an der Seite seiner Frau Michelle, die in Chicagos South Side aufgewachsen ist. « Ich bin begeistert, diese Ressource mitten in dem Viertel bereitzustellen, das für mich die Welt bedeutet », sagte die
First Lady.
Ehemalige US-Präsidenten erhalten in ihrem Heimatstaat traditionell eine Bibliothek mit angegliedertem Museum, wo Dokumente und andere historische Gegenstände aus ihrer Amtszeit
aufbewahrt werden. Die Baukosten für Obamas Präsidentenbibliothek werden auf 600 Millionen Dollar (547 Millionen Euro)
geschätzt. Die Projektleiter rechnen mit 800 000 Besuchern
jährlich und 1 900 neuen Jobs in Chicago. Obamas Amtszeit
endet im Januar 2017. Sein Vorgänger George W. Bush hatte
seine Präsidentenbibliothek im Frühjahr 2013 im texanischen
Dallas eingeweiht.

Polen Blutbeflecktes PapstGewand in Krakau ausgestellt

In dem weißen Gewand, das auch noch Spuren der Kugeln trage, sei
Johannes Paul II. nach dem Attentat auf dem Petersplatz ins
Krankenhaus gebracht worden, berichtete Erzbischof Stanislaw
Dziwisz (rechts).
Foto AFP/Jacek Bednarczyk

34 Jahre nach dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. wird das
blutbefleckte Gewand, das er damals trug, zur Schau gestellt.
Seit vorgestern ist das ungewaschene Kleidungsstück in einer
Vitrine im Heiligtum der Göttlichen Barmherzigkeit im Krakauer
Stadtteil Lagiewniki zu sehen.
Am 13. Mai 1981 hatte der Türke Ali Agca bei einer Generalaudienz vor dem Petersdom auf den polnischen Papst geschossen und ihn schwer verletzt. Der Grund für das Attentat oder
etwaige Auftraggeber wurden nie gefunden. Der Warschauer
Kardinal Dziwisz war damals Sekretär des Papstes und bei dem
Attentat dabei. Enge Mitarbeiter von Johannes Paul II. hätten
sein Gewand im Krankenhaus an sich genommen und eingelagert, es sei bislang weder gewaschen noch der Öffentlichkeit
gezeigt worden, sagte der Erzbischof.

Inhalt
H Aktuelles
H Gesellschaft

Seite 2 und 3
Seite 4

H Mosaik
H Unterhaltung

Seite 6
Seite 7

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (oben rechts, unten umgeben von Bundespräsident Joachim Gauck und Staatspräsident François
Hollande), wurde gestern « als Kämpfer für die Idee der europäischen Demokratie » mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet.
Fotos AFP/Patrik Stollarz

Der internationale Karlspreis der Stadt Aachen gilt als eine der
bedeutendsten Auszeichnungen Europas. Er wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich in führender
Position um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Ins
Leben gerufen wurde der Karlspreis auf Initiative des Aachener
Kaufmanns Kurt Pfeiffer – er regte 1949 die Schaffung eines Preises
für Verdienste um die westeuropäische Verständigung und den
Weltfrieden an. Zum Namensgeber wurde Karl der Große, der als
erster Einiger Europas gilt und im achten Jahrhundert Aachen zu
seiner Lieblingspfalz erkor. Der Karlspreis besteht aus einer Urkunde,
einer Medaille und einem Geldpreis von 5 000 Euro. Er wird traditionell am Himmelfahrtstag im Krönungssaal des Aachener Rathauses
verliehen.
Bei der Verleihung des Aachener Karlspreises an den Präsidenten des
Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), warben der Preisträger und
Bundespräsident Joachim Gauck eindringlich für den Zusammenhalt in der Europäischen Union. « Wer Hand an dieses Projekt legt,
versündigt sich an der Zukunft der nachfolgenden Generationen »,
sagte Schulz gestern. Gauck warnte, er wolle die « Rückkehr eines
Europa der konkurrierenden Nationalismen » nicht erleben.

Der 59-jährige Schulz wurde für seine Verdienste um die Stärkung
des EU-Parlaments mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt
Aachen ausgezeichnet. Bei der feierlichen Zeremonie im Aachener
Rathaus traten neben Gauck auch Staatspräsident François Hollande
und der jordanische König Abdullah II. als Redner auf. Bundespräsident Gauck nannte Schulz « einen Kämpfer für die Idee der europäischen Demokratie ».
Der Preisträger mahnte, seine Generation habe Sorge dafür zu tragen,
« dass wir dieses großartige Haus unseren Kindern nicht als Ruine
Europa hinterlassen ». Um die europäische Einigung zu sichern,
« müssen wir das verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen,
Europa endlich verstehbar machen, Europa ein vertrautes Gesicht
geben ». Schulz forderte zudem, damit aufzuhören, « die Europäische Union schlecht zu reden ». Feinde seien zu Freunden geworden, Diktaturen zu Demokratien, Grenzen seien geöffnet worden, der
größte und reichste Binnenmarkt der Welt geschaffen worden.
Zu den prominenten Preisträgern zählen Spaniens langjähriger König Juan Carlos (1982), der damalige US-Präsident Bill Clinton (2000)
und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, 2008). Der frühere
CDU-Kanzler Helmut Kohl nahm den Preis 1988 gemeinsam mit
Frankreichs damaligem Präsidenten François Mitterrand entgegen.

Aktuell
USA Hohe Geschwindigkeit 
offenbar Grund für Zugunglück
Das schwere Zugunglück mit sieben
Toten und mehr als
200 Verletzten in der
Nähe von Philadelphia
ist wahrscheinlich auf
eine stark überhöhte
Geschwindigkeit
zurückzuführen.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB bestätigte vorgestern (Ortszeit), dass der Zug mit
mehr als 160 Stundenkilometern
in eine Kurve gerast sei – doppelt
so schnell, wie erlaubt. Unterdessen wurden neue Informationen
zum Zugführer bekannt.

160 statt 80 km/h
Die NTSB schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, der Amtrak-Zug 188 sei nach dem
vorläufigen Untersuchungsergebnis mit mehr als 160 Kilometern pro Stunde in die Kurve
gefahren, bevor er entgleiste. Erlaubt waren an der Stelle lediglich 80 Kilometer pro Stunde. Die
Behörde beruft sich bei ihren ersten Erkenntnissen zum Teil auf
den Datenschreiber des Zuges.
Kurz vor dem Unglück betätigte
der Zugführer die Notbremse.

Die Ermittler wollen für die Untersuchung des Unglücks noch etwa
eine Woche vor Ort bleiben.
Foto AFP/Handout/NTSB

Als der Zug am Dienstagabend
auf dem Weg von Washington
nach New York viel zu schnell
unterwegs gewesen sei, habe es
eine « volle Anwendung der Notbremse » durch den Fahrer gegeben, sagte Robert Sumwalt von
der NTSB. Dadurch sei die Geschwindigkeit des Zuges aber lediglich von 106 auf 102 Meilen
pro Stunde reduziert worden.
« Es dauert eine lange Zeit und
Strecke, einen Zug abzubremsen », sagte der Ermittler. Er hob
hervor, dass ein System zur Geschwindigkeitskontrolle der Amtrak-Züge auf dem Streckenabschnitt des Unglücks noch nicht

Im Überblick

in Betrieb sei. « Wir denken, dass
wenn ein solches System in dem
Abschnitt installiert gewesen wäre, der Unfall nicht geschehen
wäre », fügte der Experte hinzu. .
Bei dem Zugführer handelt es
sich US-Medienberichten zufolge um den 32-jährigen Brandon
Bostian aus New York. Nach Angaben seines Anwalts hat Bostian
keinerlei Erinnerung an den Unfall. Er erinnere sich nur daran,
den Zug bis zum Unglücksort
gesteuert zu haben und später
« herumgewirbelt » worden zu
sein, sagte der Anwalt Robert
Goggin dem Sender ABC News.
Bostian habe dann sein Handy

gefunden und den Notruf gewählt. Der Zugführer erlitt seinem Anwalt zufolge eine Gehirnerschütterung und eine Kopfwunde, die genäht werden
musste. Außerdem sei er an den
Beinen verletzt worden. Der 32Jährige habe keine Erklärung,
wie es zu dem Unglück habe
kommen können. Laut ABC
wurde Bostian eine Blutprobe
entnommen, zudem habe er sein
Handy abgegeben. Er kooperiere
mit den Behörden, hieß es.
An Bord des Zuges waren der
Passagier- und Crewliste zufolge
243 Menschen. Mehr als 200
wurden verletzt, sieben Menschen starben. Über den Verbleib
mehrerer Menschen gibt es aber
nach Behördenangaben noch
Unklarheit, da viele Opfer den
Unglücksort verwirrt und blutend verlassen hätten. Die Betroffenen wurden aufgefordert, sich
zu melden. Zeugen hatten nach
dem Unglück von Panik und
chaotischen Szenen berichtet.
Als sich die Waggons überschlugen, flogen Passagiere und Gepäck ineinander, Sitze wurden
aus der Verankerung gerissen.
Ein Waggon wurde komplett zerquetscht. Der Bahnverkehr auf
dem vielbefahrenen Streckenabschnitt zwischen Philadelphia
und New York wurde wegen des
Unglücks vorerst eingestellt.

Afghanistan 14 Tote bei Angriff auf 
Gästehaus in Kabul
Bei einer Geiselnahme in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind in der
Nacht auf gestern mindestens sieben Ausländer getötet worden. Unter
den insgesamt 14 Todesopfern, die bei dem Angriff auf ein Gästehaus
getötet wurden, sind vier Inder, ein US-Bürger, ein Italiener sowie ein
britisch-afghanischer Staatsbürger, wie die Regierungen und Botschaften der betroffenen Länder mitteilten. Zu dem Anschlag bekannten sich
die radikalislamischen Taliban. Bei den Opfern handelt es sich nach
Angaben der UN-Mission für Afghanistan (Unama) um Zivilisten, die ein
Konzert im Gästehaus Park Palace besuchen wollten.

Philippinen Fabrikbrand fordert 72 Tote
Bei einem Brand in einer Schuhfabrik sind in der philippinischen
Hauptstadt Manila mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen.
Insgesamt seien 72 Leichen geborgen worden, was der Zahl der vermissten Arbeiter entspreche, sagte der Bürgermeister des Gewerbevororts
Valenzuela, Rex Gatchalian, gestern. Ursache des Unglücks waren
offenbar Schweißarbeiten, Familien der Opfer beklagten mangelhafte
Sicherheitsstandards. In der Fabrik wurden billige Schuhe für den
heimischen Markt hergestellt.

Nigeria 28 Kinder an Bleivergiftung 
gestorben
In Nigeria sind zahlreiche Kinder an einer Bleivergiftung gestorben. Bis
Dienstag seien 65 Krankheitsfälle registriert worden, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister, Fidelis Nwankwo, vorgestern vor Journalisten. Es habe 28 Todesfälle gegeben, bei denen es sich ausschließlich
um Kinder unter fünf Jahren gehandelt habe. Weitere Kinder seien in
Behandlung. Die Opfer wiesen 17 bis 22 Mal höhere Bleiwerte auf als
internationale Grenzwerte zuließen. Auch das Vieh sei betroffen, hieß es.

Katar Erstmals zwei Frauen bei einziger 
direkter Wahl erfolgreich
Erstmals in der Geschichte des Emirats Katar werden im einzigen direkt
gewählten politischen Gremium des Landes künftig zwei Frauen vertreten sein. Wie die Behörden gestern mitteilten, wurde bei der Abstimmung über den 29-köpfigen Gemeinderat in der Hauptstadt Doha am
Vortag die langjährige Abgeordnete Scheicha Dschufairi wiedergewählt.
Von den vier weiteren Kandidatinnen erlangte zudem Fatma al-Kuwari
einen Sitz. Der Rat hat zwar nur eine beratende Funktion, die Wahl gilt
aber als symbolisch bedeutsam.

US-Repräsentantenhaus stimmt für 
Geheimdienstreform
Der US-Kongress unternimmt einen neuen Anlauf für die von
Präsident Barack Obama versprochene Geheimdienstreform: Das
Repräsentantenhaus stimmte vorgestern mit breiter Mehrheit für ein
Ende der massenhaften Sammlung von US-Telefonverbindungsdaten durch die NSA. Das Gesetz muss aber noch den Senat passieren,
der die Reform im Herbst blockiert hatte. An den NSA-Spähaktivitäten im Ausland würde sich durch den sogenannten USA Freedom Act
nichts ändern.
Im Repräsentantenhaus stellten sich wie schon im vergangenen Jahr
Abgeordnete von Demokraten und Republikanern hinter die Geheimdienstreform, die mit 338 zu 88 Stimmen die Kongresskammer
problemlos passierte. « Die Freiheit der Amerikaner und die Sicherheit Amerikas können koexistieren », sagte der Vorsitzende des
Justizausschusses im Repräsentantenhaus, Bob Goodlatte. « Diese
grundlegenden Konzepte schließen einander nicht aus. »
Der USA Freedom Act soll den nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erlassenen Patriot Act überarbeiten, der den Geheimdiensten im Kampf gegen den Terrorismus weitreichende Möglichkeiten eingeräumt hatte. Vor allem soll das systematische
Abschöpfen von US-Telefonverbindungsdaten beendet werden. Um
auf bestimmte Datensätze zugreifen zu können, müsste sich die NSA
für jeden begründeten Einzelfall einen Beschluss des Spezialgerichts
Foreign Intelligence Surveillance Court besorgen.

Mehr Transparenz
Erwogen wird auch mehr Transparenz bei dem geheim tagenden
Foreign Intelligence Surveillance Court, der bislang die allermeisten
Datenabfragen durchwinkt. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass das
Gericht bei seinen Entscheidungen auch Anwälte hört, die eine
Gegenposition zu den Geheimdiensten vortragen. Außerdem sollen
Internetunternehmen genauere Angaben zu den Datenabfragen
durch die Behörden veröffentlichen dürfen.
Der Kongress steht bei der Geheimdienstreform unter Zeitdruck, weil
am 1. Juni die bislang geltenden Bestimmungen des Patriot Acts
auslaufen. Die nächste Hürde ist der Senat, wo der republikanische
Mehrheitsführer Mitch McConnell den Widerstand gegen den USA
Freedom Act anführt und eine Verlängerung des Patriot Acts fordert.
McConnell befürchtet, dass die Reform den Geheimdiensten wichtige Werkzeuge im Kampf gegen Extremisten wie die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) nehmen könnte.
Auf der anderen Seite bemängeln Kritiker, dass die geplante Reform
den vom früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden
enthüllten Überwachungsapparat der NSA nicht genug einschränkt.

Burundi Heftige Kämpfe nach 
Putschversuch
Nach einem Putschversuch von
Teilen der Armee in Burundi
haben Kämpfe die Hauptstadt
des ostafrikanischen Landes,
Bujumbura, erschüttert.

Passanten vor dem Gästehaus Park Palace in Kabul. AFP/Shah Marai

Vendredi 15 mai 2015 2

Unterstützer und Gegner von Präsident Pierre Nkurunziza bekämpften sich gestern rund
um den Sitz des staatlichen Fernseh- und
Radiosenders in Bujumbura mit Maschinengewehren und Raketenwerfern, wie Angehörige der Armee und Augenzeugen berichteten. Ob die Putschisten nahezu die gesamte
Hauptstadt kontrollierten, wie sie selbst angaben, war unklar.
Der Gebäudekomplex des staatlichen Rund-

funks in Bujumbura wurde bislang von Nkurunziza-treuen Soldaten kontrolliert. Gestern
am frühen Morgen starteten Angehörige des
Putschlagers nach eigenen Angaben aber einen Angriff auf die Gebäude. Auch aus anderen Teilen Bujumburas war Gefechtslärm zu
hören. Reporter berichteten von Angriffen
der zu Nkurunziza stehenden Armeeteile auf
private Rundfunkstationen.
« Wir kontrollieren praktisch die ganze
Stadt », sagte Putschistensprecher Venon
Ndabaneze später. Die in der Stadt eingesetzten Soldaten seien « auf unserer Seite ». Als
sich Ndabaneze äußerte, waren die Kämpfe
offensichtlich abgeflaut. Nach der Ausstrahlung einer Botschaft Nkurunzizas durch den
staatlichen Rundfunk verkündeten die Putschisten allerdings einen neuen Sturm auf

die Anstalt. Am Nachmittag stellte der staatliche Radiosender seine Sendungen ein.
Vorgestern Abend hatte der General und frühere Geheimdienstchef Godefroid Niyombare im privaten Radiosender Insaganiro die
Absetzung Nkurunzizas verkündet sowie
dessen Vorhaben, für eine dritte Amtszeit zu
kandidieren, scharf kritisiert. Der Putschgeneral war im Februar seines Amts als Geheimdienstchef enthoben worden. Nun gab
er unter anderem die Schließung des Hauptstadtflughafens sowie der Landesgrenzen bekannt. In der Nacht auf gestern erklärte der
Generalstabschef der Armee, Prime Niyongabo, den Putschversuch für gescheitert. Putschisten-Sprecher Ndabaneze wies die
Darstellung der Armeeführung umgehend
zurück.

Syrien Palmyra von IS-Miliz bedroht
Die weltberühmte
Antikenstadt Palmyra
in Syrien ist offenbar
akut von der Dschihadistenmiliz Islamischer
Staat (IS) bedroht.
Kämpfer der Dschihadistenmiliz
Islamischer Staat (IS) haben
26 Zivilisten hingerichtet. Bei ihrem Vorstoß auf die weltberühmte Antikenstadt Palmyra hätten
die Dschihadisten 26 Bewohner
der umliegenden Dörfern exekutiert, darunter zehn durch Enthauptung, erklärte die Syrische
Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern. Die einzigartige Ruinenstadt in der syrischen Zentralprovinz Homs ist
laut Angaben des Leiters der Beobachtungsstelle, Rami Abdel
Raman, von Kämpfern der ISMiliz umstellt: Das Unesco-Weltkulturerbe « Palmyra ist bedroht ».
Die Gefechte ereigneten sich
zwei Kilometer östlich der Stadt,
nachdem IS-Einheiten sämtliche
Stellungen der Regierungstruppen zwischen Al-Suchnah und

Palmyra überrannt hätten, sagte
Rahman unter Berufung auf mit
Informanten vor Ort. Der IS hatte Al-Suchnah nach Angaben der
Beobachtungsstelle in der Nacht
auf vorgestern zu großen Teilen
erobert. Die Stadt liegt an der
Autobahn zwischen der vom IS
kontrollierten Ostprovinz Deir
Essor und der Oasenstadt Palmyra, mit ihren griechisch-römische und örtliche Baukunst
vereinigenden Bauten.
Der Leiter der Antikenstätten
und staatlichen syrischen Museen, Maamun Abdulkarim, bestätigte die Angaben. Kollegen in
Palmyra hätten ihm am Telefon
berichtet, dass die IS-Dschihadisten nur noch zwei Kilometer von
der Stadt entfernt seien. « Die
Luftwaffe bombardiert sie, und
ich hoffe, dass diese Barbaren
nicht in die Stadt eindringen »,
sagte Abdulkarim. « Das wäre ihre Zerstörung, eine internationale Katastrophe, denn Objekte
können Sie verstecken, aber wie
wollen Sie antike Architektur
schützen », fragte der Experte
und erinnerte an die Zerstörungen in den antiken Ruinenstäd-

Palmyra ist angesichts des IS-Vormarschs auch zum Zufluchtsort
tausender Flüchtlinge geworden.
Archivfoto AFP/Joseph Eid

ten Nimrud und Hatra sowie in
weiteren Ausgrabungsstätten.
Gut einen Monat nach der Nachricht von der Zerstörung der
nordirakischen Ruinenstadt
Nimrud hatte der IS Mitte April
in einem Video das Ausmaß der
Verwüstung in der antiken Stadt
aus dem 13. Jahrhundert vor
Christus gezeigt. Das Video lässt
erahnen, dass von der Stätte am
Ufer des Tigris, rund 30 Kilometer südöstlich von Mossul, kaum

noch etwas erhalten sein dürfte.
Nimrud war einer der berühmtesten archäologischen Fundorte
im Zweistromland, das wiederum oft als Wiege der Kultur beschrieben wird.
Der Gouverneur von Homs sagte, rund 1 800 Familien seien
nach Palmyra geflohen. In dem
Gebiet wurden seit der Nacht auf
vorgestern bei Kämpfen rund
110 Menschen getötet, darunter
70 Regierungssoldaten und
55 IS-Kämpfer.

Aktuell
Vatikan
Der Vatikan will seine Beziehung zu
den Palästinensern mit einem Vertrag
ausbauen. Nach 15-jährigen Verhandlungen solle in naher Zukunft ein erstes Abkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und dem « Staat Palästina »
unterzeichnet werden, teilte der Kirchenstaat vorgestern mit. Der Vertrag
soll die Aktivitäten der katholischen
Kirche in den Palästinensergebieten
regeln, gleichzeitig wird darin die
Anerkennung des Staates Palästina
bekräftigt.

Vendredi 15 mai 2015 3

« Le Monde » Jérôme Fenoglio 
überraschend als Chef abgelehnt

« EU Navfor Med » 
Bundesaußenminister Frank-Walter
Steinmeier sieht nach wie vor Chancen
für ein UN-Mandat für den geplanten
EU-Militäreinsatz in der Flüchtlingskrise gegen Schlepper im Mittelmeer.
Nach seinem Eindruck gebe es « nicht
ein prinzipielles Veto » eines der fünf
ständigen Mächte im UN-Sicherheitsrat zu der Frage, sagte Steinmeier gestern beim Treffen der Nato-Außenminister in Antalya. « Mir scheint es nach
dem gegenwärtigen Stand eher eine
Frage der Formulierung zu sein. » Die
EU-Staats- und Regierungschefs hatten
nach den jüngsten Flüchtlingstragödien bei einem Krisengipfel im April unter anderem beschlossen, Boote von
Schleppern zu zerstören. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini
legte dazu inzwischen ein Konzept vor,
das Militäreinsätze im Mittelmeer vorsieht, aber auch die Möglichkeit, Schiffe von Schleppern durch Einsätze an
Land unbrauchbar zu machen. Der Vorschlag für die Mission unter dem Namen « EU Navfor Med » wird am
Montag beim Treffen der EU-Außenund Verteidigungsminister beraten.

Airbus 
Der Flugzeugbauer Airbus hat einen
Milliardenauftrag mit der indischen
Regierung besiegelt. Das Verteidigungsministerium in Neu Delhi gab
vorgestern Abend grünes Licht für den
Kauf von 56 Militärtransportflugzeugen im Wert von 1,7 Milliarden Euro,
wie ein Ministeriumsvertreter gestern
sagte. Das Abkommen sieht vor, dass
Airbus und der indische Konzern Tata
Advanced Systems die Flugzeuge vom
Typ C295s gemeinsam in Indien bauen. Zu dem Paket gehören darüber
hinaus weitere Bestellungen im Wert
von 776 Millionen Euro.

Germanwings
Die Angehörigen der 150 Opfer der
Germanwings-Katastrophe können einem Zeitungsbericht zufolge auf eine
weit höhere Entschädigung als die bisherige Soforthilfe von 50 000 Euro hoffen. « Ich habe den Eindruck, dass sich
die Lufthansa der Katastrophe stellt »,
sagte der Berliner Rechtsanwalt Elmar
Giemulla, der die Angehörigen von
35 Opfern des Absturzes in den französischen Alpen vertritt, nach einer ersten Verhandlungsrunde mit der Lufthansa dem « Tagesspiegel ».

Uhr von General 
MacArthur
Eine Uhr des US-Generals Douglas
MacArthur, der nach dem Zweiten
Weltkrieg in seiner Heimat als Held
gefeiert wurde, ist für 70 000 Schweizer Franken (66 400 Euro) versteigert
worden. Damit wurde bei der im Internet übertragenen Versteigerung des
Auktionshauses Antiquorum am vergangenen Sonntag das Siebenfache
des Schätzpreises erzielt. Bei der Stahluhr handelt es sich um das Modell
Reverso des Schweizer Fabrikanten
Jaeger-Lecoultre aus dem Jahr 1937.
Auf der Rückseite sind die Initialen des
US-Generals eingraviert. MacArthur
starb 1964 im Alter von 84 Jahren.

Bilder von Maler 
Mark Rothko
Ein Bild des US-Malers Mark Rothko ist
in New York für knapp 82 Millionen
Dollar (rund 72 Millionen Euro) versteigert worden. Der Erlös für das Werk
« No. 10 » erreichte damit das Zweifache des Schätzwerts, wie das Auktionshaus Christie’s vorgestern mitteilte.
Andy Warhols « Colored Mona Lisa »
und ein Ölgemälde des deutsch-britischen Künstlers Lucian Freud wechselten für jeweils rund 56 Millionen Dollar den Besitzer. Bereits zu Wochenbeginn waren in New York zwei Bilder
Rothkos für jeweils mehr als 40 Millionen Euro versteigert worden.
Den bislang höchsten Preis für ein
Werk des im Jahr 1970 gestorbenen
US-Künstlers zahlte ein Sammler im
Jahr 2012, als er das Bild « Orange,
Red, Yellow » für knapp 87 Millionen
Dollar ersteigerte.

Jérôme Fenoglio leitete zwischen 2011 und 2013 den Online-Auftritt
der Zeitung « Le Monde ».
Foto AFP/Fred Dufour

Die Journalisten der
renommierten Tageszeitung « Le Monde »
haben Jérôme Fenoglio
als neuen Chef
des traditionsreichen
Blattes abgelehnt.

Die Mitarbeiter stimmten vorgestern gegen den 48-jährigen Jérôme Fenoglio und folgten damit
nicht dem Vorschlag der « Le
Monde »-Besitzer. Fenoglio, die
bisherige Nummer zwei der Zeitung, erhielt lediglich 55 Prozent
der Stimmen. Er hätte aber mindestens 60 Prozent benötigt, um

für ein sechsjähriges Mandat gewählt zu werden. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.
Die linksliberale Tageszeitung
hatte vor einem Jahr eine schwere Führungskrise durchlebt. Im
Mai 2014 trat die in der Redaktion wegen ihres Führungsstils
umstrittene « Le Monde »-Chefin Natalie Nougayrède nach nur
15 Monaten von ihrem Posten
zurück. Fenoglio wurde daraufhin zum Redaktionsdirektor ernannt, der Journalist Gilles van
Kote zum ihm übergeordneten
Publikationsdirektor – Nougayrède hatte bis dahin beide Posten
vereint.
Dass Fenoglio jetzt an die Spitze
der Zeitung aufrücken sollte, hatte bereits im Vorfeld für Aufregung gesorgt. Denn das « Le
Monde »-Besitzertrio aus den bekannten Unternehmern Pierre
Bergé und Xavier Niel und dem
Bankier Matthieu Pigasse hatte
den 48-Jährigen Mitte April für
den Posten vorgeschlagen, ob-

wohl er selber gar nicht kandidiert hatte. Die Kandidaturen von
drei anderen Journalisten, unter
ihnen van Kote, wurden damit
hinfällig.

Kandidatur als Affront
gegen die Redakteure
Viele Redakteure empfanden das
Vorgehen der Zeitungsbesitzer
als Affront, auch wenn Fenoglio
den Redakteuren versicherte, die
Zeitung vor jedem Versuch einer
Einflussnahme schützen zu wollen.
Der Absolvent der renommierten Journalistenschule von Lille
hatte 1991 in der Sportredaktion
von « Le Monde » angefangen
und durchlief verschiedene Redaktionen. Als neuer Zeitungschef wollte er unter ande-rem das
Video-Angebot von « Le Monde »
und das Angebot für Smartphones und Tablet-Computer ausbauen. « Le Monde » kämpft wie
viele französische Zeitungen mit
einer stetig sinkenden Auflage.

« Guardian »
Vertrauliche Briefe 
von Prinz Charles
Zehn Jahre dauerte der Rechtsstreit um die Veröffentlichung vertraulicher Briefe von Prinz Charles
an die Labour-Regierung von Tony
Blair, doch inhaltlich ist ihre Brisanz gering: In den seit vorgestern
zugänglichen Schreiben geht es
um Albatrosse, illegale Fischerei,
Schulspeisepläne oder den Erhalt
historischer Gebäude. Kritiker verübeln dem Prinzen dagegen, dass
er sich in die Politik einmische.
Die Veröffentlichung ist ein Erfolg
für die Zeitung « Guardian », die
seit 2005 gegen den erbitterten
Widerstand der Regierung die Freigabe der Briefe des Kronprinzen
forderte. Im März stimmte Großbritanniens Oberster Gerichtshof
der Veröffentlichung schließlich zu
– gegen das Veto der konservativen Regierung von Premierminister David Cameron.
Das juristische Tauziehen trug viel
dazu bei, dass die « Black Spider
Memos » getauften Briefe in der
öffentlichen Wahrnehmung mit
Bedeutung aufgeladen wurden.
« Black Spider » bezieht sich auf
die für Charles charakteristische
Handschrift. Inhaltlich sei die zwischen 2004 und 2005 geführte Korrespondenz jedoch so « banal »,
dass die meisten wie eine « Parodie » wirkten, schrieb « Guardian »-Kommentator Simon Jenkins.

Finanzen EU-Kommission rügt Briten 
wegen zu hoher Neuverschuldung
Großbritanniens
wiedergewählter
Premierminister David
Cameron hat in seiner
ersten Amtszeit die
Staatsausgaben deutlich gekürzt, doch aus
Sicht Brüssels bei
weitem nicht deutlich
genug.
Statt der erlaubten maximal drei
Prozent habe die Neuverschuldung im vergangenen Jahr in
Großbritannien bei 5,2 Prozent
gelegen, teilte die EU-Kommission vorgestern mit. Die Kommission forderte London zu weiteren
Kürzungen auf. In diesem Jahr
soll das Defizit auf 4,1 Prozent,
im kommenden Jahr auf 2,7 Prozent gedrückt werden.
Er wolle den ohnehin EU-kritischen Briten keine Lektion erteilen, sagte EU-Wirtschafts-

kommissar Pierre Moscovici. Es
gehe um « eine Ermutigung zu
nationalen Anstrengungen, um
Jobs und Wachstum zu schaffen,
was wir alle brauchen ».

Wohlwollen gegenüber
dem Sorgenkind
Frankreich
Dass er mindestens zwei weitere
Jahre unter verschärfter Aufsicht
Brüssels steht, kommt Premier
Cameron vermutlich höchst ungelegen. Er hat seinen Landsleuten ein Referendum zugesagt,
indem sie entscheiden können,
ob sie in der EU bleiben oder die
Gemeinschaft verlassen wollen.
Viele Regeln aus Brüssel sorgen
auf der Insel für starken Verdruss. Allerdings hat die EU auch
schon viel Geduld bewiesen:
2008 riss London erstmals die
Drei-Prozent-Obergrenze des
Stabilitäts- und Wachstumspaktes, und hat sie seitdem nicht
mehr eingehalten.

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici richtet seine Brille auf die Staatsausgaben in den
europäischen Staaten neu aus...
Foto AFP/Emmanuel Dunand

Wohlwollend zeigte sich die
Kommission vorgestern gegenüber Sorgenkind Frankreich.
« Ganz klar: die französische Regierung macht derzeit zusätzliche Sparanstrengungen », sagte
Vizepräsident Valdis Dombrovskis. Noch sind die drohenden
Sanktionen aber nicht vom
Tisch, da Paris seit Jahren zu viele

Konflikte Nato und EU wollen 
Zusammenarbeit verstärken
Angesichts der wachsenden Zahl
von Konflikten und Krisen rund um
Europa wollen die Nato und die EU
enger zusammenarbeiten.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte gestern beim Außenministertreffen der Allianz in der
Türkei, beide Seiten wollten insbesondere bei der
Entwicklung von Strategien gegen sogenannte hybride Kriegsführung kooperieren, die vor allem
durch Russlands Vorgehen im Ukraine-Konflikt
Schlagzeilen machte.
Bei der hybriden Kriegsführung geht es um verdeckte Angriffe über Mittel wie Propaganda, wirtschaftlichen Druck oder den Einsatz von verdeckt
operierenden Militäreinheiten. Der Westen wirft
Russland vor, im Ukraine-Konflikt massiv Propaganda über staatlich gelenkte Medien zu verbreiten
und soziale Netzwerke im Internet zur Desinformation einzusetzen. Zudem soll Russland Soldaten
in Uniformen ohne Hoheitsabzeichen eingesetzt
haben.
Nato und EU wollten sicherstellen, dass sich ihre
Strategien gegen hybride Kriegsführung ergänzten, sagte Stoltenberg. Es müsse Klarheit darüber
geben, « wer was und wann tut », wenn sich ein
Mitgliedsland in dieser Form angegriffen fühlt. Die
EU strebt aber auch über die hybride Kriegsführung hinaus eine engere Abstimmung mit der Nato

Jens Stoltenberg bei der gestrigen Pressekonerenz
in Antalya.
Foto AFP/Ozan Kose

an, weil sie selbst dabei ist, ihre Sicherheits- und
Verteidigungspolitik zu reformieren. 22 der 28 Nato-Mitglieder gehören auch der EU an.
Beide Organisationen seien « unterschiedlich »,
könnten sich aber « in einigen Fällen, Bereichen
und Handlungen » ergänzen, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini im türkischen Antalya. Beide Seiten sollten deshalb über ihre
« strukturelle Zusammenarbeit » reden. Für die EU
sei es « äußerst wichtig », dass es eine « starke
Koordination » auf allen Ebenen zwischen den Organisationen gebe. Dabei gehe es insbesondere um
den Informationsaustausch und « neue Arten von
Bedrohungen ».

neue Schulden aufnimmt. Bis
zum 10. Juni hat die Regierung
Zeit, weitere konkrete Sparmaßnahmen in Brüssel einzureichen, um bis 2017 unter die
erlaubten drei Prozent zu kommen. Macht die Regierung ihre
Hausaufgaben nicht, wird die
Sanktionsfrage erneut gestellt.
Insgesamt neun Länder sind der-

zeit im sogenannten exzessiven
Defizitverfahren. Polen und Malta will die Kommission bald von
der Liste streichen, weil sie ihre
Haushalte in Ordnung gebracht
haben. Der einstige Musterschüler Finnland droht indes einen
blauen Brief aus Brüssel zu erhalten, weil die Zahlen nicht
mehr stimmen.

Baltenstaaten wollen Nato
um tausende Soldaten bitten
Angesichts der Spannungen
mit Russland im Ukrainekonflikt drängen die baltischen
Staaten die Nato zur Stationierung tausender Soldaten in ihren Ländern. « Wir streben
eine Einheit in Brigade-Größe
an, sodass jedes der baltischen
Länder über ein Bataillon verfügt », sagte der litauische Armeesprecher Mindaugas Neimontas AFP gestern. Eine formelle Anfrage werde demnächst an Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove gestellt.
Die Nato reagierte zurückhaltend.
Die Baltenstaaten streben den
Angaben zufolge die Stationierung « dauerhafter Nato-Truppen auf Rotationsbasis » an.
Dies solle angesichts der « Sicherheitslage in der Region »
zur « Abschreckung » dienen.
Eine konkrete Zahl zur Truppenstärke nannte der Sprecher
nicht. Eine Brigade kann jedoch über rund 3 000 Soldaten
verfügen. Die USA haben seit
dem vergangenen Jahr rund
600 Soldaten auf Rotationsbasis im Baltikum und in Polen
stationiert. Einige Nato-Mit-

glieder wie Deutschland sehen
eine dauerhafte Stationierung
jedoch kritisch, da diese ein Abkommen aus dem Jahr 1997
zwischen der Nato und Russland verletzen könne. Die sogenannte Nato-Russland-Grundakte untersagt größere Truppenstationierungen in Osteuropa, die dauerhaft angelegt
sind.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte, er habe Kenntnis von einem Brief der baltischen Staaten an die Nato, der
noch in Vorbereitung sei. Er
verwies darauf, dass das Bündnis seine militärische Präsenz
im Osten « bereits erhöht »
hat.
Die Baltenstaaten standen seit
dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1991 unter sowjetischer Vorherrschaft. Angesichts des russischen Vorgehens in der Ukrainekrise
fürchten die baltischen Länder,
dass Moskau versuchen könnte, auch sie zu destabilisieren.
Militärisch hätten Estland, Lettland und Litauen Russland
nicht viel entgegenzusetzen.

Gesellschaft
Cannes Internationales 
Filmfestival feierlich eröffnet
In Cannes haben
vorgestern Abend
die 68. Filmfestspiele
mit einer Würdigung
der Frauen und der
Schauspielerinnen
begonnen.
« Ich erkläre das 68. Festival von
Cannes für eröffnet. Danke an
alle! », sagte die US-Schauspielerin Julianne Moore im Festivalpalast der Stadt an der französischen Côte d’Azur. Zum Beginn
des renommierten Festivals stellte der Zeremonienmeister Lambert Wilson die Jury-Mitglieder
unter Vorsitz der Regie-Brüder
Joël und Ethan Coen vor.
« Die Frau, die Schauspielerin, ist
das Symbol der Liebe, auf dem
das Kino zur Gänze beruht »,
sagte Wilson. Während einige sie
verstecken, gefangen halten, vergewaltigen, verstümmeln oder
verkaufen wollten, würde das Kino sie ins Licht setzen. Er stellte
auch die Jury vor, die dieses Jahr
von den Coen-Brüdern geführt
wird. Zuvor waren französische
und internationale Stars in ihren
schillernden Roben im Blitzlichtgewitter über den roten Teppich
vor dem Festivalpalast gelaufen.

Justizministerin Taubira
kam unerwartet zum
Eröffnungsfilm
Schauspielerin Catherine Deneuve, die im Eröffnungsfilm
« La Tête Haute » eine Jugendrichterin spielt, zeigte sich in einer schwarz-pinken Abendrobe.
Der Film läuft außer Konkur-

US-Schauspielerin Julianne Moore (5. von links) inmitten der Jury-Mitglieder mit dem kanadischen
Regisseur Xavier Dolan, Schauspielerin Sophie Marceau, Zeremonienmeister Lambert Wilson, sowie
den Coen-Brüdern, die den Jury-Vorsitz führen, bei der Eröffnungszeremonie.
Foto AFP/Valéry Hache

renz. Auch Naomi Watts, Julianne Moore, Emmanuelle Béart,
Natalie Portman, Isabella Rossellini und weitere Stars erschienen
zur Gala. Unerwartet kam auch
Justizministerin Christiane Taubira, um sich den Eröffnungsfilm anzuschauen, der sich um
einen jungen Straftäter dreht.
« Wenn eines unserer Kinder
strauchelt, müssen wir da sein,
um es aufzufangen, um ihm zu
helfen, sich aufzurichten », sagte
Taubira. « Das ist, was der Film
zeigen will, es ist wirklich ein
Geschenk an die Gesellschaft. »
Zuvor hatte Deneuve gesagt, der
Film sei « eine Antwort auf ein
recht schwieriges Jahr, das wir in
Europa und besonders in Frank-

reich erlebt haben ». Es sei interessant, dass ein Festival wie Cannes mit einem solchen Autorenfilm statt mit einem großen
Publikumsfilm eröffnet werde.
Beim größten Filmfest der Welt
konkurrieren 19 Spielfilme um
die begehrte Goldene Palme.
Darunter sind fünf französische
und drei italienische Filme. Ein
deutscher Beitrag ist wie schon in
den Vorjahren nicht dabei. Dutzende weitere Filme laufen im
offiziellen Programm des Festivals, zu dem zahllose Kinostars
aus aller Welt erwartet werden.
Die Jury wird am 24. Mai bekanntgeben, welcher Film mit
der Goldenen Palme geehrt wird.
Die Jury des Nebenwettbewerbs

« Un Certain Regard » (Ein gewisser Blick), bei dem ebenfalls
19 Filme antreten, wird von der
Schauspielerin und Filmemacherin Isabella Rossellini geleitet.
Das diesjährige Festival ist das
erste unter dem neuen Präsidenten Pierre Lescure. Der frühere Chef des Privatsenders
Canal+ tritt die Nachfolge des
Filmkritikers und Autors Gilles
Jacob an, der die renommierten
Festspiele von 2001 bis 2014 leitete.
Im vergangenen Jahr war das Familiendrama « Winterschlaf »
des türkischen Regisseurs Nuri
Bilge Ceylan in Cannes mit der
Goldenen Palme ausgezeichnet
worden.

Vendredi 15 mai 2015 4

Studie Europas Kinder zufrieden 
mit ihren Freundschaften
In europäischen Ländern sind
Kinder zufriedener mit ihren
Freundschaften, in afrikanischen Staaten tendenziell
glücklicher mit ihrem Schulleben: Acht- bis Zwölfjährige in
verschiedenen Weltregionen
bewerten einer am Mittwoch
von der Universität Frankfurt
am Main veröffentlichten Studie zufolge ihr Leben unterschiedlich. Kinder in nordeuropäischen Ländern sind demnach insbesondere unzufrieden mit ihrem Aussehen und
ihrem Selbstbewusstsein.
Für die von der Jacobs Foundation geförderte « Children’s
Worlds »-Studie wurden den
Angaben zufolge 53 000 Kinder in 15 verschiedenen Ländern befragt, darunter Nepal,
Äthiopien, Südkorea, Israel,
Norwegen und Deutschland.
Die meisten Kinder bewerten
demnach ihre Lebenszufriedenheit auf eine Skala von null
bis zehn als positiv. Der Anteil
der Kinder mit einem sehr hohen Wohlbefinden variiert allerdings stark: Die Türkei mit
78 Prozent sowie Rumänien

Kindern ist wichtig, ernst genommen und einbezogen zu
werden.
Foto Sabine Meyer/pixelio.de

und Kolumbien mit 77 Prozent
liegen vorne. In Südkorea liegt
der Anteil dagegen nur bei
40 Prozent.
In Deutschland sind Kinder
laut Studienleiterin Sabine Andresen von den Uni Frankfurt
« im hohen Maße mit ihren
Freundinnen und Freunden
zufrieden ». Mit Blick auf die
Erwachsenen sei ihnen wichtig, « dass sie ernst genommen
und einbezogen werden ». Generell sinke das Wohlbefinden
bei den Zwölfjährigen. Vor allem Mädchen seien weniger
zufrieden mit ihrem Aussehen
als in jüngeren Jahren.

Leute
Wim Wenders Enttäuscht vom Kino

Regiestar Wim Wenders hadert mit dem modernen Kino. Der Film sei
« mehr denn je ein Konsumartikel geworden », sagte der 69-Jährige
unlängst in einem Interview. Das heutige Kino sei « eher daran interessiert, von Lebensfragen abzulenken ». Jene Filme, « die die existenziellen Fragen stellen, haben a priori geringere Werbemittel, solche Filme
gehen deshalb auch ganz schnell unter ». Entsprechend ernüchtert
zeigte sich Wenders von den Besucherzahlen seines jüngsten Films. Die
meisten Zuschauer seien nach dem Film « emotional tief berührt »,
sagte er. « Aber die schiere Zahl derer, die den Weg in den Film finden, ist
trotzdem enttäuschend. »

Martin Scorsese Von Religion inspiriert

US-Starregisseur Martin Scorsese ist von der Religion für seinen neuen
Film « Silence » (deutsch: « Schweigen ») inspiriert worden. Das Thema
des von ihm verfilmten Romans von Shusaku Endo, der von portugiesischen Jesuiten im 17. Jahrhundert handelt, sei « in meinem Leben
gewesen, seit ich ganz ganz klein war », sagte Scorsese bei einer
Pressekonferenz in Taipeh. Der Streifen mit Andrew Garfield, Liam
Neeson und Adam Driver soll 2016 in die Kinos kommen.

Auszeichnung Runder Geburtstag  Tourismus
Zentralchina Kopie von Pekings 
Altem Sommerpalast eröffnet
einer begehrten Kino-Trophäe
118 Gramm leicht ist das sanft
geschwungene Palmblatt aus
18-karätigem Gold – doch in der
Filmwelt hat es gewaltiges
Gewicht: Die Goldene Palme,
die jedes Jahr beim Filmfestival
von Cannes verliehen wird.
Sie ist eine der begehrtesten Kino-Auszeichnungen der Welt, der Traum eines jeden
Regisseurs. Bei dem soeben begonnenen
68. Filmfestival im südfranzösischen Badeort
feiert die Palme d’Or einen runden Geburtstag – denn erstmals wurde sie vor 60 Jahren
verliehen.
1955 wurde der US-Regisseur Delbert Mann
für seinen Film « Marty » mit der ersten
Goldenen Palme geehrt. In den Jahren zuvor
war in Cannes der « Große Preis des Internationalen Filmfestivals » verliehen worden –
für den besten Film bekam ein Regisseur seit
der ersten Ausgabe des Festivals 1946 eine
Urkunde und ein zeitgenössisches Kunstwerk.

Stiel des Palmblatts in Herzform
Festival-Leiter Robert Favre Le Bret schrieb
1954 einen Wettbewerb aus, um für Cannes
eine eigene Film-Trophäe zu entwerfen. Sie
sollte die Form eines Palmblatts haben, wie es
im Wappen der Stadt Cannes vorkommt.
Den Zuschlag bekam schließlich die
Schmuckdesignerin Lucienne Lazon mit einem Entwurf, bei dem der Stiel des Palmblatts – wie auch heute – an seinem Ende eine
Herzform hat.
Damals thronte die Goldene Palme auf einem kleinen Ton-Sockel. Im Laufe der Jahres
wurde daraus zunächst eine Pyramide und
schließlich der heute verwendete, einen Kilo-

Die Verwaltung der Anlage in Peking hatte sich vergeblich gegen
diese Kopie in der Provinz Zheijang gewehrt.
Foto AFP/STR

Seit 1998 fertigt der Schweizer Juwelier Chopard als offizieller Partner des Festivals die
Palme kostenlos.
Foto AFP/Fabrice Coffrini

gramm schwere Kristallblock.Doch die Trophäe fand nicht ungeteilten Zuspruch.
Zwischen 1964 und 1974 kehrte das Filmfestival zur alten Tradition zurück, den Sieger
mit einem Kunstwerk zu ehren; die Goldene
Palme verschwand. 1975 wurde sie dann wieder dauerhaft eingeführt.
Inzwischen wird die Trophäe mit ihren
19 Goldblättern jedes Jahr vom Schweizer
Juwelier Chopard angefertigt, der sie dem
Festival als offizieller Partner kostenlos überlässt. Chopard-Ko-Präsidentin Caroline
Scheufele hatte das Äußere der Goldenen
Palme 1974 überarbeitet.
Das Gold stammt von zwei Kooperativen in
der chilenischen Atacama-Wüste und ist mit
dem « Fairmined »-Siegel versehen, das gute
Arbeitsbedingungen und Umweltstandards
zertifiziert. Sieben Chopard-Mitarbeiter sind
dann insgesamt 40 Stunden mit der Anfertigung der Goldenen Palme beschäftigt, deren
Wert bei über 20 000 Euro liegt. Seit dem Jahr

2000 gibt es auch zwei Mini-Palmen, die dem
besten Darsteller und der besten Darstellerin
verliehen werden.

Immer zwei Exemplare
Vom Hauptpreis werden immer zwei Exemplare angefertigt – für den Fall, dass eine
Trophäe beschädigt wird oder zwei Filme
gleichzeitig geehrt werden. Bis zum letzten
Moment bleibt die Palme d’Or in einem Chopard-Safe und wird dann, unter größter Geheimhaltung und strenger Bewachung, in
den Festspielpalast gefahren.
Kleine Missgeschicke sind aber nicht ausgeschlossen. Als der dänische Regisseur Lars
von Trier im Jahr 2000 für seinen Film « Dancer in the Dark » mit der Goldenen Palme
geehrt wurde, reckte er das Etui mit der
Trophäe wie einen Fußballpokal in die Höhe
– und die Goldene Palme fiel mit einem
lauten Rums auf den Boden. Schaden nahm
sie aber zum Glück nicht.

Ungeachtet aller Kritik hat ein
Nachbau des von den europäischen Besatzungsmächten vor
über 150 Jahren in Peking zerstörten Alten Sommerpalasts seine Tore geöffnet. Wie die
Staatsmedien Anfang der Woche
berichteten, konnten die Besucher am vergangenen Sonntag in
der ostchinesischen Provinz
Zheijang den ersten Teil der insgesamt rund 413 Hektar großen
und 4,3 Milliarden Euro teuren
Nachbildung der kaiserlichen
Parkanlage der Hauptstadt besichtigen. Die Verwaltung der
Anlage in Peking hatte sich vergeblich gegen die Kopie gewehrt.
Im vergangenen Monat drohte
sie mit rechtlichen Schritten, sollte der Nachbau « geistige Eigentumsrechte » verletzen.
Der Alte Sommerpalast, eine
weitläufige Parklandschaft im
Westen Pekings, wurde im
18. Jahrhundert für die Kaiser der
Qing-Dynastie errichtet – zum
Teil basierend auf Entwürfen italienischer und französischer Jesuiten-Missionare. Doch schon
nach rund hundert Jahren wurde
er von britischen und französi-

schen Truppen zerstört und geplündert, als sie zum Ende des
Zweiten Opiumkriegs Peking besetzten. Heute können in Peking
nur noch die Ruinen besichtigt
werden.
Nun lässt der private Filmkonzern Hengdian die Anlage zu
95 Prozent auf einem rund tausend Kilometer von Peking entfernten Studiogelände wieder
auferstehen. Das Verwaltungsbüro des Originals ist von dem
Projekt wenig begeistert: Die Anlage sei « einzigartig und kann
nicht kopiert werden », betonte
es und fügte hinzu, « Bau und
Entwicklung der Anlage sollten
von staatlichen Organisationen
geplant werden, jeder Nachbau
sollte gewissen Standards entsprechen ». Hengdian-Gründer
Xu Wenrong versicherte hingegen, es gebe keinen Interessenkonflikt mit dem echten Palast.
Der Nachbau stelle « klassische
Architektur nach, um die Geschichte jüngeren Generationen
nahezubringen », sagte er.
Der Eintritt zu der neuesten Attraktion kostet umgerechnet
40 Euro.

50 Jahre ­ Rückspiegel

Vendredi 15 mai 2015 5

Mosaik

Vendredi 15 mai 2015 6

Ein ganzes halbes Jahr
Von Jojo Moyes
Deutsche Übersetzung von Karolina Fell – Copyright © 2012 by Jojo Moyes – Copyright © 2013 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg – Bildnachweis: Corinna Schuster

Ich hätte das Haus von Alicias Eltern genau beschreiben können, noch bevor ich dort war.
Ehrlich gesagt traf meine Vorstellung sogar so genau zu, dass Will fragte, warum ich
lachte, als es in Sicht kam.

allesamt lang und dürr und in blasse, gedämpfte Farben gekleidet. Ich strich mir nervös
übers Haar und überlegte, ob ich zu viel Lippenstift aufgelegt hatte. Vermutlich sah ich aus
wie eine von diesen Plastiktomaten, aus denen man oben den Ketchup herausdrückt.

Es war ein großes, georgianisches Pfarrhaus, die hohen Fenster zum Teil beschattet von
einer üppigen blühenden, weißen Glyzinie, die Zufahrt mit braunem Kies ausgestreut. Es
war das perfekte Haus für einen Colonel. Ich sah direkt vor mir, wie Alicia hier
aufgewachsen war, ihr Haar zu zwei ordentlichen blonden Zöpfen geflochten, während
sie auf ihrem ersten dicken Pony über den Rasen ritt.

« Also… was haben wir heute genau vor ? »

Zwei Männer in Warnwesten dirigierten die Autos auf ein Feld zwischen dem Haus und
der Kirche. Ich ließ das Fenster herunter. « Gibt es bei der Kirche einen Parkplatz ? »

Will sah mich an. Mit seinen unergründlichen blauen Augen. In meinem Magen flog eine
Wolke Schmetterlinge auf.

« Der Gästeparkplatz ist hier entlang, Madam. »

« Wir werden uns unglaublich gut benehmen, Clark. »

« Wir haben einen Rollstuhl, der auf dem Feld einsinken wird », sagte ich. « Wir müssen
direkt neben der Kirche parken. Ich fahre jetzt einfach hin. »

Die Schmetterlinge begannen wild mit den Flügeln zu schlagen, als wären meine Rippen
die Gitterstäbe eines Gefängnisses, aus dem sie ausbrechen wollten. Ich setzte an, um
etwas zu sagen, doch er unterbrach mich.

Die beiden Männer sahen sich an und murmelten etwas. Bevor sie noch etwas zu mir
sagen konnten, fuhr ich weiter und parkte auf dem kleinen Platz neben der Kirche. Jetzt
geht’s los, sagte ich zu mir selbst und begegnete im Rückspiegel Wills Blick, als ich den
Motor abstellte.
« Beruhige dich, Clark. Alles wird gutgehen », sagte er.

Will folgte meinem Blick. « Im Ernst ? »
« Ja. Ich muss das wissen. Und bitte sag nicht, du lässt mich einfach ins kalte Wasser
springen. Hast du irgendeinen teuflischen Plan ? »

« Also, wir sorgen einfach mit allen Mitteln dafür, möglichst viel Spaß zu haben », sagte er.
Spaß. Als würde man als Gast bei der Hochzeit seiner Ex-Freundin nicht mindestens
genauso leiden wie bei einer Wurzelbehandlung. Aber es war Wills Entscheidung
gewesen. Wills Tag. Ich atmete tief ein und versuchte, mich zusammenzureißen.
« Eine Ausnahme », sagte ich und zog zum vierzehnten Mal an meiner Stola herum.

« Ich bin doch total entspannt. Warum sollte ich es nicht sein ? »
« Was ? »
« Du bist wirklich absurd leicht zu durchschauen. Außerdem hast du dir während der
Fahrt vier Fingernägel abgekaut. »
Ich stieg aus, zog meine Stola zurecht und drückte auf die Taste, damit die Rampe
herunterfuhr. « Okay », sagte ich, als der Rollstuhl auf dem Asphalt stand. Jenseits der
Straße, auf dem Feld, stiegen die Leute aus riesigen Autos, und Frauen in teuren Kleidern
murrten ihre Männer an, weil ihre Absätze in den weichen Boden einsanken. Sie waren

« Du sparst dir deine Christy-Brown-Imitation. Wenn du den Christy Brown gibst, fahre
ich nach Hause und lasse dich hier mit all diesen Eierköpfen sitzen. »
Als Will seinen Stuhl zur Kirche umdrehte, glaubte ich ihn murmeln zu hören :
« Spielverderberin. »
(Fortsetzung folgt)

309

Splitter

310

Pflanzen

Kartoffel-Diplomatie
Ein Korb mit Kartoffeln, ein Korb
mit Tomaten: Mit diesem bäuerlichen Willkommensgeschenk
suchte Russlands Außenminister Dmitri Lawrow am Dienstag
seinen US-Kollegen John Kerry
heiter zu stimmen. « Heute ist es
sonnig in Sotschi », informierte
Lawrows Sprecherin auf Facebook, und meinte damit wohl
auch das freundliche Klima, das
bei den Gesprächen herrschte.
Kerry ist der höchste US-Vertreter in Russland seit Beginn der
Ukraine-Krise. Er kam in der
Schwarzmeerstadt Sotschi mit
Lawrow und später mit Präsident
Wladimir Putin zusammen. Zwischen Kerry und Lawrow entwickelt sich die Kartoffel-Diplomatie zur Tradition. Als sich die
beiden Politiker im Januar in Paris zu Ge-sprächen über den Iran
trafen, überreichte Kerry Lawrow
zwei dicke Kartoffeln aus dem
US-Bundesstaat Idaho. Ob die
gegenseitigen Knollen-Gaben
ein augenzwinkernder Kommentar zu dem Embargo von
Landwirtschaftsprodukten sind,
das Moskau als Retourkutsche
für die Ukraine-Sanktionen gegen die EU und die USA verhängt hat, bleibt Spekulation.

Streunende Wildsau
Eine streunende Wildsau hat im
Häuserdschungel von Hongkong für Aufregung gesorgt. Das
Tier verirrte sich am Montag in
einem Einkaufszentrum im
Stadtteil Chai Wan in ein Geschäft für Kindermode und
scheuchte Kunden und Mitarbeiter ins Freie. Während der mehrere Stunden andauernden Belagerung des Geschäfts durch die
Polizei rannte das 25 Kilo schwere Wildschwein durch den Laden, stieß mehrere Schaufensterpuppen um und konnte
schließlich in einer Umkleidekabine durch den Betäubungspfeil
eines Tierarztes ruhig gestellt
werden.

SCHLEIFENBLUME
BOTANISCHER NAME
Iberis
HERKUNFT
Mittelmeerraum
STANDORT
Garten: sonniger Standort,
nährstoffreicher Boden,
ideal sind Fels- und Steinböden
PFLEGEHINWEISE
Nicht zu oft gießen, verträgt
längere Trockenperioden.
Zweimal jährlich mineralischen
Dünger geben.
Die Schleifenblume ist eine beliebte Pflanze in Steingärten. Sie kann zu einem kleinen Zierstrauch mit bis zu 40 Zentimeter Höhe heranwachsen. Die genügsame Polsterstaude blüht von April bis Ende August in den Farben Rosa, Rot und Weiß. Um
eine Nachblüte im Herbst zu fördern, kann nach dem ersten Flor zurückgeschnitten
werden. Da die vielen, weißen Blüten an Schneeflocken erinnern, wird die Schleifenblume auch Schneekissen genannt. Die immergüne Pflanze zeichnet sich durch
eine schnelle Vermehrung aus, in kürzester Zeit bedeckt sie große Flächen, auch
hier hilft ein kräftiger Rückschnitt im späten Frühjahr. Die anspruchslose Pflanze
wird kaum von Schädlingen befallen und ist auch gegenüber Umweltbelastungen
unempfindlich,was sie zur geeigneten Stadtgartenstaude macht.
amc/DEIKE
© Foto: Restle/DEIKE

FRÜHLINGS-ENZIAN

BOTANISCHER NAME
Gentiana verna
HERKUNFT
Mitteleuropa
STANDORT
Garten: Halbschattiger bis sonniger
Standort; der Boden sollte durchlässig
sein, ideal ist ein Steingarten
PFLEGEHINWEISE
Der Boden sollte nie austrocknen;
je nach Temperatur und Standort
regelmäßig gießen.

© Foto: Restle/DEIKE

Die kleinste aller Enzianarten wird nur
wenige Zentimeter hoch. Von März bis
Mai zeigt der Frühlings-Enzian die
Pracht seiner leuchtend blauen Blüten.
Die unter Naturschutz stehende Pflanze
hat viele Namen im Volksmund: Schusternagerl und Himmelsstengel sind nur
zwei von vielen verschiedenen Bezeichnungen. Früher glaubte man, dass der
Frühlings-Enzian Pech bringe: Wer die
Pflanze pflückt und in sein Haus bringt,
muss angeblich damit rechnen, dass
dort der Blitz einschlägt. Die Pflanze ist
anfällig für Schneckenfraß. amc/DEIKE

Unterhaltung
verlangen

Schülerwohnheim

Lachsforelle

beachten,
erfüllen
ostdänische
Insel
Bundeskriminalpolizei
der USA

3

4

4

7

8

9

10

11

12

13

14

15

Bilden Sie in Pfeilrichtung um die Waben herum Wörter
nachfolgender Definitionen:
1 flink, agil, 2 Artilleriewaffe, 3 Hauptstadt von Albanien,
4 amerikanisches Wildschwein, 5 Türgriff, 6 Leben,
Existenz, 7 indischer Bundesstaat, 8 marok.
Atlantikhafenstadt, 9 Luftkissen im Auto, 10 viertes Buch
Mose, 11 Wirkung, Resultat, 12 stramm, 13 veraltet:
Rabatt, 14 Spürhundrasse, 15 respektabel.

TREPPENRÄTSEL

2

4
5

12

Im Fächer sind 12 fünfbuchstabige Wörter von außen nach innen einzutragen, wobei
immer zwei Wörter einen gemeinsamen Endbuchstaben haben. Nach richtiger Auflösung
nennen die Anfangsbuchstaben dieser erratenen Begriffe das gesuchte Lösungswort.

7

7

6

1 Klingel, 2 gerade
jetzt, 3 Papierzusammenhefter, 4 essbares
Teil bestimmter Pflanzen, 5 für Schaden aufkommen.

8

10

6

5

6
5
4

5
7
5

FRAGE
5

5

8

8

6

LÖSUNGEN

5
4

5

4
8
5

GITTERPUZZLE

Die hier alphabetisch nach Buchstabenlänge aufgeführten Wörter passen so in das Diagramm, dass Sie
ein komplett ausgefülltes Rätselgitter
erhalten.
4 Buchstaben: EPOS – IVAN – LIST
5 Buchstaben: ETAGE – EXAKT –
LATTE – LAUBE – PFAHL – PLATT –
RUHEN – STAAT – SUESS – TANTE
– TOTAL – ZELLE 6 Buchstaben:
FIASKO – FIEBER – SCHARF –
SCHROT – STEIGE 7 Buchstaben:
POLARIS – STARTER – TUENNES
8 Buchstaben: BEWAEHRT –
INVENTUR – SYNDIKUS – TRIBUNAL 10 Buchstaben: RAFFINERIE.

5

5

ALS-Spiele-2015-05-15

WABENRÄTSEL:

3

11

1

Tragen Sie die Wörter nachstehender Bedeutungen
waagerecht ein. Die Buchstaben der Treppe nennen,
abwärts gelesen, das gesuchte Lösungswort.
2

10

5

WABENRÄTSEL

1

9

3

5

6

1 Zettel
2 Gangregler der
Uhr
3 Laubbaum
4 Teil einer Zeitung
5 indianisches
Stammeszeichen
6 biochemischer
Wirkstoff
7 auf ein ...
8 Zimmerpflanze
9 biblische
Männergestalt
10 Unordnung
11 altes
Saiteninstrument
12 Teil der Geige

5

6

TREPPENRÄTSEL:

2

8

SUDOKU:

6 9
1 5

7

1. GLOCKE, 2. SOEBEN,
3. TACKER, 4. FRUCHT, 5.
HAFTEN. –
GLOECKCHEN.

8
4 6

6

5

1. WENDIG, 2. KANONE,
3. TIRANA, 4. PEKARI, 5.
KLINKE, 6. DASEIN, 7.
ORISSA, 8. AGADIR, 9.
AIRBAG, 10. NUMERI, 11.
EFFEKT, 12. STRAFF, 13.
DEKORT, 14. BRACKE,
15. EHRBAR.

1

7

8

5

DER
FÄCHER

FÄCHERRÄTSEL:

Die Spielregeln in
Kürze:
Füllen Sie die leeren Felder so aus,
dass in jeder
Zeile, in jeder
Spalte und in jedem 3-x-3-Kästchenquadrat alle
Zahlen von 1 bis 9
stehen. Viel Erfolg
beim Lösen!

2
3
8
6 3 7
9
6
4
8 5 6
2 9
1
2 5
3
1
6
5
8 7 3
8
2

W-2512

1. WISCH, 2. UNRUH, 3.
ESCHE, 4. SEITE, 5.
TOTEM, 6. ENZYM, 7.
NEUES, 8. FICUS, 9.
URIAS, 10. CHAOS, 11.
HARFE, 12. SAITE.
WUESTENFUCHS.

6 9

W-2512

2
8
6
4
9
1
3
5
7

modern,
up to
date

Tabakprodukt

SUDOKU

L
E
S

Salz der
Salpetersäure

7
9
5
6
2
3
4
1
8

N
U
R

Kleidung

6 9 4 5 8 1 3
2 1 5 6 3 7 4
3 8 7 9 4 2 1
7 2 1 3 9 8 5
5 3 8 4 1 6 7
9 4 6 7 2 5 8
8 7 2 1 5 9 6
4 6 9 8 7 3 2
1 5 3 2 6 4 9
GITTERPUZZLE:

Kurzmitteilung
(Kw.)

F I EBER
T T
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T
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U
S
SCHROT

Ansage
auf
Kontra
(Skat)

Auflösung des Rätsels

L E

Westeuropäer
Rasse

Pensionär

P L A
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RUH
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TOT
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P
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Z E L

süddeutsch:
Hausflur

K
R
E
P
P

nicht
weniger,
sondern ...

ökologische
Aufzucht

Wüsteninsel

Abk.:
zum
Exempel

fast,
beinah

S S E
T R
P U L
T T E
Z
H E Z
T N E

chem.
Zeichen:
Silicium

Küchengerät

Initialen
Tapperts
† 2008

rote
Filzkappe

Energiewert

P
A
R
M
E
S
A
N

Ausruf
des
Staunens

Schilf

lediglich

I
N
N
I
E R
F E
N
R E

deutscher
Autopionier †

nachgiebig

musikalisches
Bühnenwerk

N

Verfall,
Zerrüttung

franz.
Mehrzahlartikel

Antrieb,
Anstoß

D E
N N
S
O
R M
G E
N

fade,
geistlos

Laubbaum,
Eller

italienisch:
drei

Frauenname

Turin
in der
Landessprache

Frauenkurzname

Frucht
der
Buche

Spiel
mit 52
Karten

im
Raum
befindlich
Vorzeichen

4. dt.
Bundeskanzler
† 1992

Ansatzrohrstück

Gliederfüßer

Kultbild
der Ostkirche

ehem.
Münze
in
Finnland

italienischer
Hartkäse

Nebenfluss
der
Donau

genet.
„Finger- krauses
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Organist

Vendredi 15 mai 2015 7

Panorama

Vendredi 15 mai 2015 8

Kalenderblatt

15. Mai
20. Kalenderwoche, 135. Tag des Jahres
Noch 230 Tage bis zum Jahresende
Sternzeichen : Stier Schütze
Namenstag : Denise
Sonnenaufgang : 05.52 Uhr
Sonnenuntergang : 21.02 Uhr
GEBURTSTAG
1813 Søren Aabye Kierkegaard, dänischer Philosoph (« Entweder –
Oder », « Tagebuch eines Verführers », « Die Krankheit zum Tode »). Er hatte großen Einfluß auf diverse Existenzphilosophen (wie
Sartre oder Heidegger), aber auch auf Schriftsteller wie Strindberg
oder Kafka. Er starb am 11. November 1885.
TODESTAGE
1935 Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch. Der russische Maler
und Begründer des Suprematismus (Schwarzes Quadrat) stirbt
57-jährig in Leningrad.
1967 Edward Hopper. Der US-amerikanische Maler (« Nighthawks ») stirbt 84-jährig in New York.

Tages-Zitat

Zahl

« Zyniker glauben,
dass jeder genauso
korrupt ist wie
sie selbst. Idealisten
glauben, jeder ist
korrupt außer
ihnen selbst. »
Robert Anton Wilson,
US-Autor und Philosoph

600
Zwei Schiffe mit insgesamt etwa 600 Flüchtlingen an Bord
sind von den malaysischen
Behörden zurück aufs Meer
geschickt worden. Die Boote
seien in der Nacht auf gestern vor den Inseln Penang
und Langkawi entdeckt worden, sagte ein Behördenvertreter. Die Insassen seien mit
Trinkwasser versorgt und dann
weggeschickt worden.
Vor der Küste Thailands geriet
unterdessen ein Boot mit
300 Flüchtlingen in Seenot.

Indische Priester der Sikh-Religion versammeln sich um den Guru Granth Sahib. Sie halten eine Zeremonie namens Jalau ab, bei welcher der
Guru seine symbolischen Gegenstände vorführt. Die Zeremonie hat Anfang der Woche im Goldenen Tempel von Amritsar stattgefunden.
Foto AFP/Nardiner Nanu

Pressestimmen
Zur Debatte über eine neue EU-Flüchtlingspolitik

O« Straubinger Tagblatt »
« Zig-Tausende Flüchtlinge mussten im Mittelmeer sterben, bis sich
die EU-Kommission nun endlich bewegte. Eine Lösung, um das
massenhafte Sterben zu beenden, ist die neue Agenda der EU-Kommission zur Flüchtlingspolitik nicht. Doch die geplante Quotenregelung hat zumindest die Chance, einen neuen Geist des Miteinanders
und der Mitmenschlichkeit zu wecken. Das bisher geltende DublinPrinzip, wonach der Staat, in dem ein Flüchtling zum ersten Mal
EU-Boden betritt, für ihn und seine Unterbringung zuständig ist, ist
längst gescheitert. Die hilflose Schockstarre angesichts der Schicksale
im Mittelmeer hat auch mit dieser verfehlten Flüchtlingspolitik zu
tun. »

O« tageszeitung » (Berlin)
« Nötig ist es, alle EU-Staaten zu verpflichten, menschenrechtliche
Standards einzuhalten und so viele Flüchtlinge aufzunehmen, wie es
ihrer Größe und Wirtschaftskraft entspricht. Das kann für Deutschland bedeuten, mehr Flüchtlinge als jetzt aufzunehmen. Aber nur mit
solchen Quoten wird die Aufnahme von Flüchtlingen dauerhaft
Akzeptanz finden. Klar, Quoten einzuführen, wird sehr schwer – weil
Länder Zugeständnisse machen müssten, in denen rechte Parteien
jetzt schon stark sind. Aber man muss es versuchen. Wenn die
Kanzlerin dabei auch nur halb so viel Führungswillen bewiese wie bei
der Sparpolitik, wäre schon viel gewonnen. »

Im Zentrum von Papeete (Französisch-Polynesien) schauen Passanten Street-Art Künstlern bei der Arbeit zu. Foto AFP/Grégory Boissy

Die warmen Tage haben begonnen und die Strände in Cannes füllen
sich mit Besuchern.
Foto AFP/Loic Venance

Zur Debatte um die Rechtmäßigkeit der Pkw-Maut auf deutschen
Autobahnen

O« Schwäbische Zeitung » (Ravensburg)
« Das deutsche Maut-Trauerspiel dürfte, wenn die Mehrzahl der
Experten nicht falsch liegt, spätestens vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) enden. Denn die Ungleichbehandlung ausländischer und inländischer Autofahrer ist europarechtlich schlicht eine
Diskriminierung. Sollte die EU-Kommission schon in einem möglichen Prüfverfahren zu einem ähnlichen Schluss kommen und die
deutsche Maut für Murks befinden, braucht man wohl gar nicht auf
den EuGH warten. »

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www: http://www.lalsace.fr
e-mail : redaction@lalsace.fr
Service lecteurs : 09.69.32.80.31 (non surtaxé)
S.A.S. au capital de 10 210 200 euros.

Principal actionnaire : BFCM
Président: Michel Lucas
Directeur général, directeur de la publication : Jacques Romann
Rédacteur en chef : Christian Battesti
Numéro CPPAP : 0115 C 86826 - ISSN : 0245-662 X
Dépôt légal : février/mars 1945

Die 100-jährige Tänzerin und Choreografin Madeleine Coorey hat sich mit ihrer neusten Performance – die sie anlässlich ihres hundertsten
Geburtstags inszenierte – einen lang ersehnten Wunsch erfüllt. Hier sehen wir sie mit anderen Tänzern bei einer Generalprobe in einem
Theater im Norden Sydneys.
Foto AFP/Saeed Khan




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