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60 Jahre TEE
Anfang der 1950er-Jahre begannen sich die mitteleuropäischen Bahnverwaltungen intensiv mit der Konkurrenz von Flugzeug und Automobil
auseinanderzusetzen, um gerade die gut betuchte Klientel von Geschäftsreisenden wieder für die Bahn zu gewinnen. So gründeten sieben Bahngesellschaften (CFL, DB, FS, NS, SBB, SNCB und SNCF) 1954 die sogenannte
„TransEuropExpress-Kommission“, um die potentiellen Kunden für den
Fernverkehr auf mittleren Distanzen mit Schnelligkeit und hohem Service
wieder zu erobern. Als geeignete Fahrzeuge konnte man sich schnell
auf Dieseltriebwagen für die internationalen Zug­läufe einigen. Für den
Jahresfahrplan 1957/58 vereinbarten dann acht europäische Bahnverwaltungen (hinzugekommen war noch die ÖBB), ein hochwertiges Schnellzug­
angebot ausschließlich für die 1. Klasse einzuführen – den Trans-­EuropExpress (TEE). Nicht alle der anfangs vorgesehenen Verbindungen kamen
zum Tragen, doch einigte man sich schließlich auf 13 Zugpaare auf einem
Streckennetz mit 5.100 Kilometern. Zehn dieser TEE-Züge mit klangvollen Namen gingen zum Sommerfahrplan ab 2. Juni 1957 in Betrieb:
„Rhein-Main“ (Amsterdam – Frankfurt), „Saphir“ ­(Oostende – Dortmund), ­„Helvetia“ (Hamburg – Zürich), „Paris-Ruhr“ (Paris – Dortmund),
„Edelweiss“ (Amsterdam – Zürich), „Étoile du Nord“ (Paris – Amsterdam), ­„Oiseau Bleu“ (Paris – Brüssel), „Arbalète“ (Paris – Zürich), „Île
de ­France“ (Paris – Amsterdam) und „Mont Cenis“ (Lyon – Mailand).
Hinzu kamen zum Winterfahrplan 1957 die drei restlichen Verbindungen:
„Mediolanum“ (München – Innsbruck – Mailand), „Ligure“ (Marseille –
Nizza – Genua – Mailand) und „Parsifal“ (Paris – Köln – Dortmund). Für
diese TEE-Verkehre beschafften die DB, die FS, die NS/SBB und die SNCF
Dieseltriebwagen, die höchste Komfortansprüche erfüllten und nur die
1. Klasse führten. Die DB hatten sich so für den Triebwagenzug VT 11.5
entschieden, der auf dem „Kruckenberg“-VT 137 155 und der erfolgreichen V 200 basierte.
Die zunehmende Elektrifizierung von Strecken führte dann 1963 erstmals zu mit Ellok bespannten TEE-Zügen zwischen Paris und Brüssel.
Zwei Jahre später ergänzten u.a. mit den lokbespannten TEE „Mistral“,
„Rheingold“ und „Rheinpfeil“ weitere klangvolle Namen das TEE-Netz.
Ab 1969 bereicherte die spanische RENFE mit ihrem „Catalan-Talgo“ die
elitäre Gemeinschaft. Lokbespannte TEE-Züge bewältigten nun rund zwei
Drittel der täglich zu leistenden 35.000 TEE-Kilometer. In den nächsten
fünf ­Jahren konnte das Netz weiter expandieren und sich schließlich
über die „Vogelfluglinie“ bis nach Kopenhagen ausweiten. Seine größte
Ausdehnung mit rund 15.200 km erreichte das TEE-Netz im Mai 1974.
In der folgenden Winterfahrplanperiode gab es dann die größte Zugzahl mit 45 Zugpaaren – davon 30 internationale – und einer täglichen
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Laufleistung von rund 60.000 Kilometern. Doch nun setzte aufgrund
stagnierender oder schrumpfender Reisendenzahlen ein Umdenken ein.
Die elitären TEE-Züge mit ausschließlich 1. Klasse avancierten zum
Auslaufmodell. Nicht ganz unbeteiligt war dabei die DB, die zum Start
des Sommerfahrplans 1979 am 27. Mai auf ihren vier, bisher nur zumeist
die 1. Klasse führenden IC-­Linien den Stundentakt mit gemischtklassigen
Zügen einführte („IC 79“). Gleichzeitig wurde ein Teil der TEE in doppelklassige IC- oder D-Züge umgewandelt. Sukzessive verschwanden nun
in den 1980er Jahren die klangvollen TEE-Namen und die beteiligten

Bahnverwal­tungen beschlossen auf ihrer Fahrplankonferenz im September
1986, zum Jahresfahrplan 1987 zweiklassige Qualitätszüge unter dem
Markennamen EuroCity-Züge (EC) einzuführen. Übrig blieben nun nur noch
der TEE „­ Gottardo“ (Zürich – Mailand) sowie die nur innerfranzösischen
TEE „Kléber“ (Paris – Nancy – Straßburg), „Faidherbe“ und „Watteau“
(beide Paris – Lille – Tourcoing) sowie „Jules Verne“ (Paris – Nantes).
Der „Gottardo“ verkehrte am 24. September 1988 zum letzten Mal und
die französischen TEE beendeten am 26. Mai 1989 ihre Karriere. Nach
32 Jahren hatte das Modell „TEE“ nun endgültig ausgedient.

       Elektrolokomotive Baureihe E 10.12
30390

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40850 Rheingoldwagen-Set „Tin Plate“

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39170 Elektrolokomotive BR 103.1

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43856 Schnellzugwagenset TEE 32 Parsifal

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39082  TEE-Diesel-Triebwagenzug VT 08.5 „Paris-Ruhr“

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26608 Zugpackung TEE L’Etoile du Nord

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